Donnerstag, 14. Februar 2008

Die Doppelmoral der deutschen Politiker

Heute war - wie man mglw. mitbekommen hat - die erste Lesung im Bundestag über das Stammzellgesetz. Zugegeben, für Uneingeweihte eine etwas komplizierte Geschichte, aber um es kurz zu machen: Es geht darum, ob unsere lieben netten Forscher hierzulande künftig noch mehr getötete Embryonen-Zellen für die Forschung verwenden dürfen, als bisher. Natürlich, so das hochheilige Versprechen vieler Befürworter einer Stichtags-Verschiebung oder - Aufhebung, werde das Anfang der 90er Jahre beschlossene Embryonenschutzgesetz "nicht angetastet". Braucht man aber auch nicht, wenn man es auch so untergraben kann.

Beim Mitverfolgen der Debatte heute habe ich echt gedacht, was manche Politiker wohl geraucht haben müssen, dass sie so einen Mist behaupten. Hier mal eine Zusammenstellung der gängigsten Argumente und deren Widerlegungen:

1) Es gibt heute viel zu wenig Stammzellen, an denen geforscht werden kann.
- Das ist falsch. Heute gibt es mehr verfügbare Zelllinien (21) als noch bei der Verabschiedung des Gesetzes 2002. Da war es gerade mal eine.

2) Die alten Zelllinien sind "verunreinigt".
So ein Jammer, die neuen sind es auch. Weltweit gibt es nur 2 (in Worten: zwei) sogen. xeno-freie Zelllinien.

3) Aber wir wollen doch Menschen heilen.
Können wir auch, nämlich mit ethisch unbedenklichen adulten Stammzellen, die bspw. aus der Haut gewonnen werden. Darüber gibt es weltweit rund 1.700 klinische Studien. Bei Embryonen? Fehlanzeige.

4) Die armen, kranken Menschen brauchen unsere Hilfe.
Das stimmt! Mit Forschungsgeldern in Millionenhöhe wird ihnen aber kaum geholfen. Besser wäre es, das Geld in alternative, erfolgversprechendere Forschungszweige oder konkrete Therapien zu investieren. Die meisten Betroffenen - denen Heilung versprochen wird - lehnen eine Forschung mit Embryonen ab.

So weit erstmal. Ich könnte hier noch stundenlang weiterschreiben...aber das sollte hoffentlich erstmal reichen!